Der durchschnittliche Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung ist 2026 von 2,5 auf 2,9 Prozent gestiegen. Der tatsächlich von den Kassen erhobene Schnitt liegt darüber, bei über drei Prozent. Für Beschäftigte und Arbeitgeber bedeutet das: Die gesetzliche Versorgung wird Jahr für Jahr teurer, während ihre Leistungsbreite und -tiefe abnehmen.

Diese Schere ist kein konjunkturelles Phänomen. Sie ist strukturell. Die demographische Entwicklung verschiebt das Verhältnis von Beitragszahlern zu Leistungsempfängern, und jede Beitragsrunde kauft weniger Versorgung als die vorherige. Wer heute Personalverantwortung trägt, spürt die Folgen doppelt: als steigende Lohnnebenkosten und als wachsende Versorgungslücke in der eigenen Belegschaft.

Die gesetzliche Versorgung verfehlt zunehmend ihre Grundaufgabe, Menschen als Arbeitskräfte gesund und produktiv zu halten. Mit der Wertung allein ist niemandem geholfen. Mit betrieblicher Verantwortung schon.

Der Ausfall ist längst beziffert

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin beziffert die volkswirtschaftlichen Kosten der Arbeitsunfähigkeit für 2024 auf 134 Milliarden Euro Produktionsausfall und 227 Milliarden Euro Ausfall an Bruttowertschöpfung. Das Institut der deutschen Wirtschaft rechnet allein die direkt von Arbeitgebern getragene Entgeltfortzahlung auf 82 Milliarden Euro. Diese Zahlen beschreiben unterschiedliche Perspektiven auf dasselbe Problem: Krankheit ist ein Kostenblock, den kein Unternehmen ignorieren kann.

Was Arbeitgeber jetzt tun können

Die betriebliche Krankenversicherung ist die direkteste Antwort auf die Versorgungslücke. Sie verschafft Beschäftigten Zugang zu besserer Versorgung ohne Gesundheitsprüfung, ohne Wartezeiten und mit Einschluss von Vorerkrankungen. Ende 2024 boten bereits über 56.000 Unternehmen eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Kranken- oder Pflegeversicherung an, ein Plus von 44 Prozent binnen eines Jahres.

Entscheidend ist dabei weniger die Tarifwahl als die Aktivierung. Ein Budget, das niemand kennt, erzeugt Kosten ohne Wirkung. Erst wenn jede Zielgruppe in der Belegschaft den Zugang bekommt, der zu ihrem Leben passt, wird aus einem Benefit ein Argument: in der Gewinnung, in der Bindung und in der täglichen Entlastung des Teams.

Quellen: BMG, Bekanntmachung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes 2026; GKV-Spitzenverband; BAuA, Volkswirtschaftliche Kosten durch Arbeitsunfähigkeit 2024; IW Köln; PKV-Verband, Zahlen zur betrieblichen Vorsorge.